04.10.2016

Ich hätte da mal 'ne Befreiung anzumelden

Junger Mann mit Tablet auf Sofa; Rechte: WDR

Damals war das ja so: Wenn man alle 384 Voraussetzungen (Anm. d. Red.: das ist absichtlich ein bisschen übertrieben, um die Arbeit in einer Anstalt überzogen zu beschreiben) erfüllte, um sich aus finanziellen Gründen vom Rundfunkbeitrag befreien zu lassen, brauchte man dafür so genannte Leistungsnachweise. Das sind Belege, die besagen „Ja, das stimmt, der bezieht finanzielle Unterstützung. Der muss keinen Rundfunkbeitrag bis dann und dann zahlen“. Dazu gehören zum Beispiel der BAföG-Bescheid oder der Bewilligungsbescheid für ALG II. Und mit den Original-Belegen konnte man sich dann über einen ganz bestimmten, im Beleg festgelegten Zeitraum vom Rundfunkbeitrag befreien lassen. Konnte! Denn: Wenn man vergaß, sich beim Beitragsservice befreien zu lassen, dann musste man zahlen. Selbst, wenn man einen Anspruch auf Befreiung hatte. So lief das, Leute. So lief das.

 

Ab Januar ist alles anders.

Naja, gut, fast alles. Die Voraussetzungen sind dieselben. Aber für die, die immer vergessen, sich befreien zu lassen, gibt es gute Nachrichten:

  1. 1. Wer heute seit mindestens zwei Jahren aus demselben Grund befreit wird, der erhält bei einem Folgeantrag eine Befreiung, die ein Jahr länger gültig ist, als das, was die Nachweise angeben. Die einzige Voraussetzung dazu ist, dass der Befreiungsgrund sich über die Jahre nicht geändert hat.
  2. 2. Und noch was wirklich Hilfreiches: Wem heute erst auffällt, dass er sich auch schon in der Vergangenheit aus dem gleichen Grund hätte befreien lassen können, wenn also dieselben Befreiungsvoraussetzungen schon vor Antragstellung vorlagen, dann, jaha, dann kann der Beitragsservice einen sogar bis zu drei Jahre rückwirkend befreien. Das ist doch mal was.

Und für die Beantragung einer Befreiung reicht in Zukunft sogar die Kopie des Leistungsnachweises. Früher ging das nicht. Da brauchte man die Originaldokumente. Aber ab 01.01.2017 holt man einfach eine Kopie der aktuellen und damaligen Belege, schickt sie an den Beitragsservice mit dem Antrag zur Befreiung und zack – kann man wieder mit reinem Gewissen ARD, ZDF und Deutschlandradio gucken und hören.
Und wenn man das noch nicht macht, dann sollte man langsam mal anfangen.

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