15.09.2016

Mami, das Studium ruft

Studentin im Hörsaal; Rechte: WDR

Wenn das Studium vor der Tür steht, wird es Zeit, sein Hab und Gut zu packen. Für die meisten Nachwuchs-Akademiker ist dies der erste Schritt in die eigene Unabhängigkeit: erste eigene Wohnung, Pizza schon zum Frühstück, Feiern bis zum Morgengrauen.
Gleichzeitig muss man aber auch an so vieles denken: niemand mehr da, der die Bettwäsche wechselt, das abgelaufene Brot wegschmeißt, oder – huch – den Rundfunkbeitrag für das neue Eigenheim bezahlt.
Ok – Bettwäsche fängt irgendwann an, die Farbe zu verändern. Genauso wie das Körnerbrot. Aber wer erinnert einen an den Rundfunkbeitrag. Und warum muss man den überhaupt zahlen? „Ich gucke das doch gar nicht!“

Wer es aus Zeitgründen nicht schafft, sich auf www.rundfunkbeitrag.de zu informieren, dem sei hier kurz und knapp geholfen:
Zahlen muss jeder Volljährige, der eine eigene Wohnung hat. Wer alleine wohnt, zahlt alleine. Wer in einer WG wohnt, ernennt einen Mitbewohner, der sich beim Beitragsservice mit einem Konto für die Wohnung anmeldet und den Beitrag zahlt. Die anderen Mitbewohner können dann ihren Anteil an den Kontoinhaber zahlen. Denn es muss pro Wohnung nur ein Beitrag gezahlt werden – egal wie viele dort wohnen. Und wer Bafög erhält, kann sich mit einem Antrag von der Beitragspflicht befreien lassen. Klasse!

"Wer BAföG erhält, kann sich mit einem Antrag befreien lassen."

Aber warum denn nun eigentlich? Wofür 17,50€ pro Monat?
Um diese Frage zu beantworten, macht es Sinn, mal zu schauen, was „der Verein“ zu bieten hat: Nachrichten rund um die Uhr, Unterhaltung wie im „Neo Magazin Royale“ mit Jan Böhmermann, Magazine wie „Markencheck“ oder „Titel, Thesen und Temperamente“, Musik auf 1Live und allen anderen Radiosendern. Die Sender Arte und 3Sat mit ihren super Dokumentationen und Reportagen zu vielen unterschiedlichen Themen machen das Angebot noch vielfältiger. Und wenn man im Alltag mal darauf achtet, kommt man mit dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk viel öfter in Berührung, als man eigentlich denkt.

Aber wieso muss ich für die Öffentlich-Rechtlichen zahlen und für die Privaten nicht? Kaum zu glauben, aber wahr: zahlen musst du für beide!
Die privaten Sender finanzieren sich über die Werbung, die du im Fernsehen siehst, bzw. die Werbezeiten, die verkauft werden. Und weil Nestle und Co. nicht auf ihren Werbekosten sitzen bleiben wollen, schlagen sie das auf die Preise ihrer Produkte oben drauf. Das zahlst du – auch wenn´s nicht extra ausgewiesen wird.
Bei den Öffentlich-Rechtlichen ist deine Zahlung hingegen transparent – eben 17,50€ pro Monat. Auch der Einsatz von Werbung ist sehr streng reglementiert. Denn es ist die Aufgabe der öffentlich-rechtlichen Sender politisch und wirtschaftlich unabhängig zu informieren. Dies können sie vor allem, weil sie hauptsächlich durch den Rundfunkbeitrag finanziert werden. So kann keiner darauf Einfluss nehmen, wie über was informiert wird. Stattdessen wird alles ausgestrahlt, was für den Bürger wichtig ist.
Und das nennt man dann Demokratie und Informationsvielfalt. Für 17,50€. Einschalten gewünscht!

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