09.06.2017

Fünf "GEZ-Tricks" und was es damit auf sich hat Fünf "GEZ-Tricks" – funktionieren die?

Kreideschrift auf Tafel: "Stop doing what doesn't work"; Rechte: WDR

"So einfach wird man die GEZ los!" Tipps und Tricks dazu geistern zahlreich durchs Netz. Was ist dran? Also, ist da überhaupt was dran? Wir nehmen uns mal einige dieser Vorschläge vor und schauen, was dahinter steckt…

 

1. Nicht zahlen.

DER Tipp Nummer eins. Die ultimative Taktik. Ironie off. Wird von jedem Beitragsgegner gern bemüht und geht Hand in Hand mit Vorschlag Nummer zwei:

 

2. Briefe nicht beantworten.

Diese beiden muss man eigentlich zusammen betrachten, denn sie spiegeln genau die wohl beliebteste Strategie aus GEZ-Zeiten wider: Sich tot stellen, Briefe ungelesen in die Ablage M (Müll, haha) wandern lassen, und dann können die mir gar nix!

Wir enttäuschen euch ja nur ungern, aber das stimmt einfach nicht. Keine Reaktion ist die schlechteste Reaktion! Wer sich nicht auf Briefe meldet – die Mitwirkungspflicht ist übrigens per Gesetz vorgeschrieben – den kann der Beitragsservice auf Grundlage von Meldedaten nämlich trotzdem anmelden. Die Beitragspflicht entsteht eben nicht erst, wenn ihr euch selbst anmeldet, sondern schon kraft Gesetz. Und so werdet ihr möglicherweise angemeldet und es entstehen Forderungen, dann kommen Mahnungen, und irgendwann vielleicht sogar die Zwangsvollstreckung. Abtauchen hilft dabei nicht.

Häufig müsste zum Beispiel gar kein Beitragskonto angemeldet werden, weil ihr bereits mit jemandem zusammen wohnt, der den Rundfunkbeitrag zahlt. Nur weiß der Beitragsservice das ja nicht und meldet euch dann an. Und das alles, weil ihr nicht auf den Brief geantwortet habt. Auch wenn das alle immer glauben: Nur anhand von Meldedaten kann der Beitragsservice nicht alles wissen.

 

3. Bar zahlen.

Auch so’n Klassiker. Dass der Rundfunkbeitrag grundsätzlich bargeldlos zu zahlen ist, ist im Rundfunkstaatsvertrag und in den Beitragssatzungen der Rundfunkanstalten festgelegt. Barzahlung ist nicht vorgesehen und wird auch nicht angeboten. Spätestens seit sich sogar Gerichte damit befasst haben, ob man den Rundfunkbeitrag auch in bar zahlen können muss (muss man nicht), ist die Bargeld-Masche eigentlich vom Tisch.

Trotzdem gibt es noch Anhänger des Barzahlungs-Tricks. Sie berufen sich auf das Bundesbankgesetz, nach dem Barzahlung das einzige unbeschränkte gesetzliche Zahlungsmittel ist und sagen: "Ich möchte ja toootaaal gerne zahlen, aber eben nur in bar. Das bietet der Beitragsservice nicht an – ergo: Ich DARF den Rundfunkbeitrag ja gar nicht zahlen, auch wenn ich sooo gern würde".

An der Beitragspflicht ändert das aber nichts. Wer wirklich gar kein Konto haben sollte, kann bei jeder Bank nämlich trotzdem Bareinzahlungen machen. Um den Rundfunkbeitrag kommt man so jedenfalls nicht herum. Haben wir auch schon mal an anderer Stelle beschrieben.

 

4. Musterschreiben benutzen und auf "Formfehler" hinweisen.

"Ich habe keinen Vertrag. – Die Briefe sind nicht unterschrieben. – Der Beitragsservice ist keine Behörde."…Alles so Gründe, die man schon oft gehört oder gelesen hat. Da wird das LG Tübingen zitiert oder erklärt, warum nur Staaten Staatsverträge schließen können. Unterm Strich geht es immer darum, dass vermeintliche Fehler im Beitragssystem entdeckt wurden, auf die man sich berufen kann und wegen derer man nicht zahlen müsse.

Es kursieren zahlreiche Musterschreiben im Internet, die man sich kopieren und mit den eigenen Angaben versehen nutzen kann. Alle versprechen den "Sieg gegen die GEZ". Rechtlich fundiert sind sie aber nicht. Dementsprechend erfolglos ist ihr Einsatz – aber das verrät euch keiner, der diese Musterschreiben anbietet oder verbreitet.

 

5. Melden, dass man ins Ausland verzogen ist.

Das ist doch mal eine gute Idee! Wenn ich einfach behaupte, nicht mehr in Deutschland gemeldet zu sein. Besonders beliebt auch bei denen, die ins Königreich Deutschland "auswandern" oder direkt ihren Personalausweis abgeben, weil sie nicht zum Personal der BRD GmbH gehören wollen…

Die gute Nachricht: Dieser "Trick" funktioniert wirklich! Natürlich nur, wenn ihr wirklich ins Ausland zieht. Und dann ist es auch gar kein Trick. Denn natürlich zahlt man keinen Rundfunkbeitrag, wenn man in Deutschland keine Wohnung mehr hat. Umzug ins Ausland ist einer der möglichen Abmeldegründe vom Rundfunkbeitrag. Aber ein offizieller Nachweis wird schon benötigt, zum Beispiel eine Meldebescheinigung.

 

Ganz legal raus aus dem Rundfunkbeitrag? Klar, geht. Wenn schon jemand für die Wohnung zahlt, zum Beispiel. Oder mit einer Befreiung. Den Befreiungsantrag, die Voraussetzungen dafür und viele weitere Infos findet ihr auf rundfunkbeitrag.de

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